Unsere Philosophie

 

Toleranz

Soweit irgend möglich sollen unsere Kinder frei von Schubladendenken aufwachsen. Sie sollen darin bestärkt werden, Klischees und Vorurteile zu hinterfragen und andere Menschen als Individuen und nicht als Teil einer Kategorie wahrzunehmen. Diskriminierung aufgrund von nicht-normkonformem Aussehen, Verhalten oder sonstigen Eigenschaften hat bei uns keinen Platz. Insbesondere möchten wir, dass unsere Kinder darin unterstützt werden, Geschlechterrollen zu hinterfragen. Wir sind der Überzeugung, dass Kinder aller Geschlechter gleichermaßen stark und schwach, wild und zärtlich sein, alle Farben, Muster und Arten von Kleidungsstücken tragen, kuscheln und toben und sich schmutzig machen dürfen. Es gibt nicht „typisch Junge“ oder „typisch Mädchen“.

Auch in der Auswahl der Vorlesegeschichten möchten wir diese Werte wiederfinden. Wir achten daher darauf, den Kindern Geschichten anzubieten, die das Hinterfragen von Klischees unterstützen und positive Rollenvorbilder geben. Sollten Geschichten Vorurteile und Klischees beinhalten, werden die Kinder ermutigt, diese kritisch zu durchdenken.

Unsere Kinder sollen als freie, verantwortungsbewusste und tolerante Menschen erzogen werden, unabhängig von einer bestimmten religiösen Weltanschauung. Gebete einer Konfession gehören nicht zum Kindergartenalltag. Feste und Bräuche unseres Kulturkreises (Fasching, Ostern, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten, Geburtstage etc.) werden in der Regel gefeiert. Im Bedarfsfall oder bei Interesse wäre es zudem wünschenswert, die wichtigsten Feste anderer Religionen aufzugreifen und inhaltlich zu behandeln.

Umwelt-, Tier- und Menschenfreundlichkeit

Die Achtung vor dem Leben wird im täglichen Staunen über die Wunder der Natur auf ganz natürliche Weise erworben. In der Natur ist täglich spürbar, dass nichts bleibt, wie es ist, dass Entstehen, Wachsen und Vergehen natürliche Prozesse sind und jeder Tag etwas Besonderes. Hierzu gehört, jedes fühlende Lebewesen als Individuum mit Bedürfnissen und Rechten zu akzeptieren und diese Bedürfnisse zu achten. Diese Achtung vor allen Lebewesen ist zentraler Punkt unseres Konzepts und zieht sich durch alle Bereiche des Zusammenlebens.

Aufenthalt in der Natur

Die Kinder halten sich an mindestens vier Tagen pro Woche in den Wald- und Wiesengebieten des nahegelegenen Flauchers auf. Dies gilt auch an Tagen, an denen es regnet oder schneit, die Waldtage fallen lediglich bei extremen Wetterbedingungen wie Starkregen, extremer Kälte oder Sturm aus. Morgens treffen sich alle in den Räumen des Kindergartens und gehen von dort aus gemeinsam in die Isarauen, am Mittag kehren die Kinder zum Mittagessen zurück.

Im Wald gibt es keine vorgefertigten Spielsachen. Die Kinder spielen vielmehr mit den Dingen, die die Natur bietet: Äste, Steine, Gräser, Blumen, Moos, Tannenzapfen, Rinde, Kastanien usw.. All diese Dinge regen zum selbständigen Gestalten und Experimentieren an, da sie kein vorgefertigtes Erscheinungsbild haben. So können sich eigene Bilder entwickeln und diese in eigene Handlungen umgesetzt werden. Entsprechend ist der Wald als „Spielplatz“ für die Kinder immer aktuell und lenkt nicht vom eigenen, inneren Erleben ab. Die Beschäftigung mit den multifunktionalen Naturmaterialien fördert die Phantasie und Kreativität der Kinder, die auch beim Erfinden von Rollenspielen oder beim Weitererzählen von Geschichten gefördert wird.

In einem Lebensraum, der nicht reizüberflutet ist, können innere Kräfte und Grenzen besser wahrgenommen, erprobt und erweitert werden und die Kinder können beim Spielen in der freien Natur ihre Entwicklungsschritte selbst besser erfahren.

  • Durch die räumliche Weite stauen sich Aggressionen nicht so leicht an, da die Kinder Stress und emotionale Anspannungen durch Bewegung kreativ abbauen können.
  • Es gibt keinen so hohen Lärmpegel wie in geschlossenen Räumen. Die Kinder erleben wieder Stille, die in heutiger Zeit ungewohnt ist.
  • Durch den ganzjährigen Aufenthalt in der Natur erleben die Kinder den Ablauf der Jahreszeiten mit seinen unterschiedlichen Farben, Gerüchen, Geräuschen und Temperaturen hautnah und sie können den Kreislauf der Natur direkt wahrnehmen und erleben.
  • Die Entdeckung der Umgebung geschieht anschaulich und lebensnah und die Kinder können ihre Abenteuerlust befriedigen.
  • Die Vielfalt des Raumes fördert die Kraft und Ausdauer, die Sicherheit und das Selbstvertrauen der Kinder, wenn sie auf unebenen Waldboden laufen und springen, auf Bäume klettern oder auf Baumstämmen balancieren.
  • Die Kinder lernen auf spielerische Weise ihre Umwelt schätzen und schützen.
  • Der Aufenthalt in der Natur stärkt die körperlich-seelische Gesundheit. Täglich viel frische Luft bedeutet auch weniger Infektionskrankheiten, die gewöhnlich in geschlossenen warmen Räumen übertragen werden. In Lebensfreude Wind und Wetter ausgesetzt zu sein, stärkt aus medizinischer Sicht das Immunsystem.
  • Die Kinder erfahren die Notwendigkeit von Regeln und Geboten und können ihren Sinn erkennen, da sie mit unmittelbarem Erleben verbunden sind. Dabei können Regeln und Gebote im Wald auf ein Mindestmaß reduziert werden.

Bedürfnisorientierung – Rechte der Kinder

Jedes Kind in unserem Kindergarten hat das Recht

  • auf Individualität. Jedes Kind wird so akzeptiert, wie es ist.
  • auf Selbstbestimmung. Jedes Kind darf seine Wünsche äußern und die eigenen Bedürfnisse im Sinne einer gesunden Entwicklung entfalten. Sein Wille ist frei und alle Wünsche dürfen vorgetragen werden.
  • auf aktive Zuwendung, Geborgenheit und Wärme.
  • auf eine individuelle, altersgerechte Entwicklung, bei der jedes Kind sein Tempo selbst vorgibt.
  • auf Ruhe und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen.
  • auf Phantasie und freies Spiel.
  • auf Schutz und Fürsorge durch verantwortungsbewusste Erzieher und Eltern.
  • sich frei zu entfalten, Neues zu entdecken, die Konsequenzen des eigenen Handels zu erfahren und sich mit Risiken auseinanderzusetzen.
  • sich seine Freunde selbst auszusuchen.
  • auf Solidarität in der Gemeinschaft.
  • auf Mitbestimmung bei gemeinschaftlichen Veranstaltungen und Ausflügen.
  • auf Unterstützung dabei, ein positives Selbstbild und eine differenzierte Selbstwahrnehmung zu entwickeln.
  • auf einen ehrlichen, respektvollen und freundlichen Umgang.

Freispiel

In unserem Kindergarten nimmt das Freispiel einen großen Raum ein. Unter Freispiel verstehen wir, dass die Kinder selbst bestimmen, mit wem und was sie spielen, und sie bestimmen Ort, Dauer und Art und Weise des Spiels. Diese Entscheidungsprozesse werden in anderen Bereichen des späteren Lebens immer wiederkehren und sind von enormer Bedeutung. Dabei spielen die täglich wechselnden Gegebenheiten (Jahreszeiten, Wetter, Begegnungen, Fundstücke, Stimmung der Gesamtgruppe) eine große Rolle.


Aus folgenden Überlegungen ist uns das Freispiel so wichtig:

  • Bei den frei gewählten Aktivitäten lernt das Kind die Möglichkeiten kennen, die sich bieten, wenn man lange und intensiv bei einer Sache bleibt.
  • Durch Ausprobieren und Experimentieren werden Lernprozesse in Gang gesetzt.
  • Dadurch, dass keine Bewertungen durch Erwachsene erfolgen und keine Lernziele von Erwachsenen durchgesetzt werden, wird bei den Kindern die Lust, eigene Lernziele zu verfolgen und eigene Bewertungen zu erproben, gefördert und damit die Fähigkeit zum selbstbestimmten Lernen.
  • Für das einzelne Kind ist das Freispiel die Zeit, in der es sich zeigt und seine Persönlichkeit entfaltet. Es erhält Respekt für seinen aktuellen Entwicklungsstand.
  • Das Freispiel bietet Raum eine altersgemäße Selbstständigkeit zu erwerben und auszuleben.
  • Die Zeiten des Freispiels geben die Möglichkeit, die eigenen inneren und äußeren Lebensbedingungen kennen zu lernen und zu meistern. Das Kind kann unmittelbar die Reaktionen der Anderen auf seine Verhaltensweisen und Stimmungen erleben.
  • Der breite Raum, dem wir dem Freispiel geben, drückt auch unser Vertrauen in die natürlichen Kräfte des Kindes aus.

Ernährung

Eine gesunde Ernährung legt den Grundstein für körperliche und geistige Gesundheit. Wir achten daher darauf, den Kindern ein vollwertiges, pflanzliches Bio-Mittagessen anzubieten. Teil eines gesunden Verhältnisses zur eigenen Ernährung ist auch, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören. Kein Kind muss daher essen, wenn es nicht möchte, und kein Kind muss aufhören, wenn es noch essen möchte. Wir ermutigen die Kinder, neue und unbekannte Nahrungsmittel zumindest zu probieren, ein Zwang resultiert daraus aber nie.


Einbindung ins tägliche Leben

Die Kinder sollen ihre Umwelt mit allen Sinnen erfahren. Dazu gehört in unserer zivilisierten Welt nicht nur, sich in der Natur zu bewegen, sondern auch alltägliche Zusammenhänge in der Stadt begreifbar zu machen. Deshalb sind uns Ausflüge z.B. zur Feuerwehr, ins Museum, zu Veranstaltungen, ins Schwimmbad, in eine Gärtnerei, aber auch mal zu einem Lebenshof wichtig. Die Kinder lernen auf dem Weg dorthin auch das Verhalten im Straßenverkehr und erleben die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dies alles sind Erfahrungen, die den Kindern umfassendes Wissen vermitteln, damit sie Schritt für Schritt ihre Umwelt begreifen und sich darin zurechtfinden können.

Impfungen - wissenschaftsnahe Weltsicht

Wir sind der Überzeugung, dass Impfungen eine der wichtigsten medizinischen Errungenschaften zum Schutz der Menschen vor Krankheiten sind. Zum Schutz von Kindern, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, sowie aufgrund des Alters noch ungeimpfter Geschwisterkinder, nehmen wir nur Kinder auf, die zumindest die Impfungen gegen Keuchhusten und MMR haben. Weitere Impfungen in Anlehnung an die Vorgaben der STIKO halten wir für sinnvoll. 
Wir bitten interessierte Eltern, diese Vorgabe zu respektieren.